Grafic Recording "Beratertag 2017"; Tag der Menschen mit Behinderung

Rekapitulation „Beratungstag 2017“: Inklusion in Unternehmen

Brücken bauen in den ersten Arbeitsmarkt!

Am 1.12.2017 bildete unser Beratungstag  den Abschluss der  „Aktionswoche Inklusion“ des bergischen Fachkräftebündnisses. Alle Präsentationen und Links finden Sie im Text und als Liste am Ende des Artikels.

Insgesamt knapp 50 Beraterinnen und Berater der Programme „uW:M“ und „Potentialberatung“ informierten sich jeweils vor- und nachmittags zum Thema „Inklusion und Arbeit“.

Quelle: BSW / Justus Schongen

Quelle: BSW / Justus Schongen

Dabei ging es uns vor allem darum, dass Thema Inklusion als Beratungsthema zu verankern – natürlich mit dem Ziel das dann auch in Unternehmen als Entwicklungsthema zu platzieren im Kontext der Beratungsprogramme „Potentialberatung“ einerseits und dem Bundesprogramm „unternehmensWERT:MENSCH“ andererseits.

Um Inklusion als Unternehmensthema erfolgreich zu kommunizieren, müssen natürlich die BeraterInnen auch wissen, wie Sie das Thema unternehmensspezifisch  durchdringen und dann auf eigene Faust „verkaufen“ können. Und genau zu dieser Aufgabe gab es einige gute Beispiele aus der Praxis – zu sehen und zum kennenzulernen.

Das Programm lief so:

Dr. Friedhelm Keuken führte in die Veranstaltung und die Programmatik der Potentialberatung ein und beantwortete Fragen zu Ablauf und Zukunft – soweit bekannt 🙂

Quelle: BSW / Justus Schongen

Michael Niehaus: Präventive Gestaltung von Erwerbsverläufen
Weil der überwiegende Teil der Menschen mit Behinderung erst im Laufe Ihres Erwerbslebens zu „Behinderten“ wird, stellt sich natürlich die Frage, wie das zu verhindern ist. Genau dazu hatte Herr Michael Niehaus, Leiter des Projekts „TErrA_Tätigkeitswechsel zum Erhalt der Arbeitsfähigkeit einen interessanten Ansatz im Gepäck; nämlich seinen Vortrag zum Thema Präventive Gestaltung von Erwerbsverläufen.  Wie sich das bei Betrieben des Mittelstands – sowohl in kleinsten, aber auch grösseren Einheiten umsetzen lässt – war dann Teil der intensiven Diskussion zwischen den TeilnehmerInnen und dem Referenten.

Grafic Recording „Beratertag 2017“; „Inklusion für Unternehmen“

In der nachfolgenden Debatte sei erwähnt, dass Frau Jentzsch, Vertreterin des Competentia-Netzwerks vor Ort, in dem Themenzusammenhang „Berufliche Entwicklung“ auf eine Liste der GIB verwies, die ziemlich erschöpfend alle Programme im Zusammenhang enthält. Diese Liste finden Sie hier: und natürlich auch am Ende dieses Beitrags.

Anne Schütz-Wiebe und Andreas Henkel: Inklusion als Unternehmensbasis

Frau Schütz-Wiebe informierte als GFin eines Inklusionsunternehmens über die unterschiedlichen Tools, Hilfen und Wege, die zu einer erfogreichen Integration von Menschen mit Behinderung im Arbeitsmarkt führen. Sehr differenziert informierte sie über die gesetzlichen Grundlagen und die verschiedenen Terminologien und was sich hinter diesen verbirgt:  Differenzierung von Inklusionsunternehmen, Inklusionsbetrieben und Inklusionsabteilungen.

*Als Nachtrag:

Für den Vortrag von unserer Referentin Anne Schütz-Wiebe haben wir im Nachgang eine kleine Korrektur zugesandt bekommen, die wir Ihnen selbstverständlich weiterleiten. In der Diskussion ging es um die Frage, ob ein Unternehmen, welches bereits Menschen mit Behinderung beschäftigt, eine geförderte Inklusionsabteilung einrichten kann. Hierzu schreibt uns Frau Schütz-Wiebe:

„… dass es doch möglich ist, Mitarbeiter*innen mit Schwerbehinderung, die schon im Unternehmen sind, als Mitarbeiter*innen in der Inklusionsabteilung zu beschäftigen. Wichtig ist, dass Sie die Voraussetzungen als Zielgruppenmitarbeiter*n erfüllen und die Genehmigung durch das Integrationsamt erfolgt. Ob diese „Umwandlung“ finanzielle Vorteile mit sich bringt, muss im Einzelfall betrachtete werden – je nachdem, welche Förderungen im bisherigen Arbeitsverhältnis schon vorhanden sind.“

Andreas Henkel stellte gemeinsam mit Anne Schütz-Wiebe das Geschäftsmodell „Personalüberlassung inklusiv“ vor. Davon werden wir alle sicher noch hören. Ganz sicher aber in diesem Blog lesen

 

Nach dem gemeinsamen Mittagessen übernahm dann Heike Ruelle von der Gesellschaft für innovative Beschäftigungsförderung in Bottrop das Zepter und führte in die Programme unternehmensWERT:MENSCH und unternehmensWERT:MENSCH+ ein.

 

Volker Licht von der wokom GmbH aus Remscheid setzte einen besonderen Akzent! Er schilderte den Weg und die Besonderheiten, die ein kleines Unternehmen wissen muss, wenn es sich für die Integration eines Menschen mit Behinderung in den Arbeitskontext entscheidet. Sehr interessant und erhellend hierbei: die Integration eines Gehörlosen führte zu mehrfach positiven Entwicklungen auch für das Unternehmen selbst. 1. Eigene Prozesse und Methoden mussten auf den Prüfstein. 2. Kommunikation ist mehr als Sprache – das haben alle noch mal neu gelernt. 3. Die Motivation des Mitarbeiters ist extrem hoch und die Identifiaktion mit demUnternehmen massiv. 4. Der Gehörlose übernimmt, dank technischer Hilfen, heute Ausbilderfunktionen und ist gesellschaftlich aktiv. In besonderem Maße erwähnte Volker Licht hier die Hilfen und Hilfestellungen der lokalen Integrationsfachdienste und des LVR

 

In einer abschliessenden Workshoprunde ging es dann darum herauszuarbeiten, inwieweit „Inklusion“ als Thema unternehmensgerecht entwickelt werden kann. Hier seien beispielhaft folgende Zitate wiedergegeben:

„…selbst halt auch Menschen mit Handicap einstellen!“

„…Stellenbesetzung auch immer inklusiv denken und anbieten!“

„…Inklusion auch im Hinblick auf Unternehmenskultur und Werterahmen mitdenken!“

Vor ALLEM haben wir aber eine Hausaufgabe bekommen: wir wurden gebeten, die Fördermöglichkeiten für inklusive Berufe einmal gesondert zu beraten – im Sinne von „berate den Berater/in“. Das werden wir, gemeinsam mit der Agentur für Arbeit Solingen-Wuppertal und dem LVR, gerne tun. Informationen dazu gibt es natürlich hier im Blog und per email.

Wir danken an dieser Stelle allen Beraterinnen und Beratern, allen ReferentInnen, der Graphic Recorderin Annika Demmer und dem Team des inklusiven Kongresshaus Müngsten sehr für die tolle Zusammenarbeit! Wir freuen uns auf den Beratungstag 2018 und ein Wiedersehen mit allen Beteiligten.

Alle Downloads und Präsentationen „In order of appearance“:

Dr. Friedhelm Keuken zur „Potentialberatung.NRW“:
Keuken_Präsentation2017

Michael Niehaus über „Ability Managment“:
Niehaus_AbilityManagement

Naba`s Café „Inklusive Geschichten“:
„Es tut gut, eine Aufgabe zu haben“

Heike Ruelle zum Bundesprogramm „unternehmensWERTMENSCH“ und „uW:M+“:
Ruelle_Programmübersicht2017
UWMplus_Ablaufskizze1
UWMplus_Ablaufskizze2

Volker Licht von der wobkom GmbH erklärt Inklusion am Beispiel der eigenen Company:
Inklusion_wobkom

 

Weiterführende Infos:
Angebote der BA, Agentur für Arbeit:
BA_MmBimBetrieb

Informationen des Integrationsfachdienstes:
IFD_Flyer_Beratungsdienst

Förderprogramme der beruflichen Entwicklung (GIB):
Uebersicht_WB-Foerderung_Beschaeftigte_Juli 2017_G.I.B

Muster d. INQA-Teilnahmebescheinigung:
TeilnahmeMuster_Erfahrungsaustausch

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